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Zur Eröffnung einer Ausstellung… (Auszug) 

"...Künstler brennen mit einer höheren Temperatur als andere Menschen. Wir können sehen: meist verbrennen sie auch schneller zu Staub. Ihre wundbedeckten, nie verholzenden, mit Lebenssaft angefüllten Körper werden von der als Fackel leuchtenden, ständig flackernden Flamme zu Asche verbrannt.

Als um das Feuer hockende Wesen konnten wir millionenmal betrachten, wie die feuergewärmte Luft aufsteigt, zu den himmlischen Mächten, der eben herrschenden Windrichtung kaum gehorchend. Es gibt keinen Wind, egal aus welcher Richtung er hinweg weht und wirbelt, der über das verglimmende Holz herrschen könnte – so befeuert er nur die Glutasche.

… und dann auf einmal spaziert man auf der Király Straße entlang, tritt durch eine glänzende Glastür in die Galeriehalle ein, schreitet auf einer in das Schmuckkästchen führenden Wendeltreppe hinab, und plötzlich findet man sich in einem mit bunten Fenstern verzierten Chor wieder.

Als ob die an die Wand aufgehängten Leinwände von Goldstaub bedeckt wären. Rund herum glühen flammende Rote, blendend leuchtende Gelbe, Herzklopfen verursachende, schmerzende Blautöne, und moosweiche Grüne. Eden Idyll, Paradiesische Pracht, Goldene Zeit… Fruchtreifende Sonnenstrahlen, das die Welt und das Herz wärmende Feuer.

Csaba Csendes ist ein verborgen lebender Künstler, ein seine Geheimnisse für sich bewahrender, und diese nie enthüllender Schaffender. Er fasst seine Visionen und seine, wie ein plötzlich aus der Erde empor sprudelnder und wieder verschwindender Bachlauf hervorspringenden Gedanken in Rahmen, um die Teilchen seiner Geheimnisse in Bruchteilen zu zeigen, um es den neugierigen Betrachtern zu überlassen, die sein ganzes Leben widerspiegelnden Puzzel-Teile selbst zu einem Ganzen zu formen. Inzwischen wünscht sich er nichts mehr als mit seinen Pinselzügen die farbhungrige Welt vom Boden bis zur Decke zur erweitern. Mit seinem Pinsel will er in unser Fleisch schneiden, womit er uns bis aufs Blut verletzt, auf seinen Sonnenstrahl-Spieß stecken, damit wir das Flackern seines Feuers schmerzhaft spüren.

Aus seinen Pinseln schafft Csaba Csendes Scheiterhaufen auf der Palette, und mit der Wärme der Sonne entzündet er ihn, so lockt er rund um das Feuer die in der Seele ausgekühlten, Wärme suchenden Menschen.

Ich grüße die Damen und Herren, die sich um dieses Feuer versammelt haben."

 

András Nagy Bandó - Galerie, 12.4.2007, Pécs